Das Problem:
Die Deutschen klammern sich weiter fest an Sparbuch und Tagesgeldkonto. Dabei gibt es fast keine Zinsen mehr – und gleichzeitig steigen die Preise für den Lebensunterhalt immer weiter. Das Ersparte ist immer weniger wert. Da möchte man dem Sparschwein am liebsten die Ohren lang ziehen, denn das Geld auf dem Sparkonto wirft keine Zinsen mehr ab.
Wir klären auf: Welches sind die größten Spar-Fallen? Und was können sie jetzt tun, um Ihr Geld doch noch zu vermehren?
Sparfalle 1: Das Sparbuch
Rund 590 Milliarden Euro lassen deutsche Bankkunden fast unverzinst auf ihren Sparkonten herumliegen. Fatal: Denn die Kaufkraft [Der Wert Ihrer Einlagen] schmilzt den Sparbuchbesitzern buchstäblich weg.
Grund? Der Leitzins der Eurozone bewegt sich seit Jahren nahe Null. Im Schnitt bekamen die Deutschen 2017 laut Bundesbank gerade noch 0,17 Prozent Zinsen auf ihr Erspartes.
Wer 1000 Euro anlegte, bekam am Ende des Jahres durchschnittlich mickrige 1,70 Euro an Zinsen raus. 2008 gab es beim Sparbuch im Schnitt immerhin noch 2,5 Prozent – für 1000 Euro waren das durchschnittlich 25 Euro Sparerbonus! Diese Zeiten sind lange vorbei!
Wirtschaftsjournalist und TV-Moderator Dr. Friedhelm Busch (79) sagt: „Wer auf dem Sparbuch sein Geld anlegt, ist ein Falschsparer. Finger weg!“
Sparfalle 2: Das Tagesgeldkonto
Die zweitbeliebteste Anlageform der Deutschen ist das Tagesgeldkonto. Aber auch hier gibt es mittlerweile nur noch Mini-Zinsen, laut Bundesbank im Jahr 2019 durchschnittlich 0,01 Prozent.
„Auf Tagesgeldkonten sollte man höchstens Geld für einige Monate zwischenparken – wenn ich zum Beispiel weiß, dass bald eine größere Investition ansteht“, sagt der Geldexperte. In so einem Fall seien auch die niedrigen Zinsen unerheblich, schließlich wisse man ja, dass das Geld bald investiert werden soll.
„Wer langfristig Geld anlegen will, braucht vernünftige Anlageformen.“
Sparfalle 3: Der Inflationsanstieg
Jedes Jahr müssen wir für Lebensmittel tiefer in die Tasche greifen – Vom Grundprinzip her natürlich Richtig, denn Qualität und Tierwohl gibt es nicht zum Null Tarif.
Die Inflationsrate, die die Geldentwertung misst, liegt 2022 insgesamt schon bei 7,3 % Prozent – so viel wie seit Jahren nicht mehr!
Wie unbemerkt das Geld entwertet wird, erklärt sich am Besten anhand eines Restaurantbesuches: „Zwölf Euro für Pizza und Rotwein beim guten Italiener empfinden heute viele als normal. Aber wären wir zu D-Mark Zeiten für 24 Mark Pizzaessen gegangen? Da hätten wir dem Pizzabäcker den Vogel gezeigt!“
Ein Rechenbeispiel: 1000 Euro, die heute fast zinslos auf dem Sparkonto liegen, wären in fünf Jahren (bei einer erwarteten Inflationsrate von 1,4 Prozent) gerade noch 933 Euro wert. Mit dem Sparbuch würde der Sparer also satte 67 Euro verlieren. Sicheres Sparbuch? Wohl eher: sicher weniger!
„Wer der Inflation entgegenwirken will, sollte sein Geld klüger anlegen“
Einen Notgroschen auf dem Konto zu haben – scheint sinnvoll zu sein.
Aber sein Vermögen dort zu horten ist fahrlässig.
Statt sich ans Sparbuch zu klammern und damit Verluste zu erleiden, sollten mehr Bundesbürger den Schritt auf den Kapitalmarkt wagen.